Bad News: So verarbeiten wir schlechte Nachrichten - Erfolgswissen aus der Hirnforschung - mentale Stärke und Spitzenzustände im Kopf

Bad News: So verarbeiten wir schlechte Nachrichten

Woman suffering an anxiety attack alone in the night

Ukraine-Konflikt, Pandemie und Inflation – die schlechten Nachrichten gehen nicht aus. Das schürt bei vielen Menschen Ängste. Wie ist damit umzugehen?

Dramatische Bilder aus der Ukraine und Drohungen des russischen Präsidenten – bei vielen Menschen schlägt sich das Leid der Menschen wie auch die Angst vor einem dritten Weltkrieg und einer atomaren Eskalation aufs Gemüt. Horrorbilder aktivieren die Alarmanlage in unserem Kopf. Verbunden mit dem Gefühl fehlender Kontrolle kippt unser Gehirn in einen Modus, wo der Gedanke ans nackte Überleben in den Vordergrund gerät. Die Folge: Bei ängstlichen Menschen verstärkt sich der Leidensruck.

Neurobiologe und Mental-Experte Dr, Marcus Täuber rät, dieser Angst Raum zu geben. Zunächst ist es wichtig, das Unwohlsein im Körper wahrzunehmen. Bei manchen sitzt die Angst im sprichwörtlichen Nacken, bei anderen wiederum ist ein beklemmendes Gefühl in der Brust oder ein Grummeln im Bauch zu spüren. Dies zu erkennen und zu benennen, ist der erste Schritt zu besserem Umgang mit Stress.

Was uns nicht umbringt, macht uns stärker – stimmt das?
Covid, Kriegsbilder, Inflation – führt das automatisch zu größerer Belastung? „Was uns nicht umbringt, macht uns stärker“ – dieses Zitat des Philosophen Friedrich Nietzsche hat Eingang in unsere Alltagssprache gefunden. Wissenschaftlich betrachtet ist hier etwas Wahres dran. Zumindest unter bestimmten Voraussetzungen.

Eine dreijährige Studie mit rund 2400 Probanden zeigte: Hin und wieder eine schwierige Lebenssituationen zu meistern, kann die psychische Widerstandsfähigkeit und das Wohlbefinden erhöhen. Und zwar nicht nur im Vergleich zu Studienteilnehmer, die sehr viele ­Schicksalsschläge hinnehmen mussten, sondern auch im Vergleich zu jenen Probanden, die keinerlei Belastungen ausgesetzt waren. Im Extremfall kann sogar ein schwerer Schicksalsschlag zu post-traumatischen Wachstum führen – dies erfordert aber hohe Selbstreflexion.

Nach Jahrzehnten des Friedens und Wohlstands sind wir Krisen in unmittelbarer Nähe schlichtweg nicht gewohnt. Und jetzt kommt es Schlag auf Schlag: Covid, Krieg, Inflation und Weltklima – unser Gehirn ist plötzlich mit einer Vielzahl von negativen Nachrichten konfrontiert. Deshalb ist es für ihn wichtig, Informationen in einem richtigen Rahmen zu setzen. Denn gerade ein Krieg der Waffen wird immer auch begleitet von einem Krieg der Worte. Propaganda und strategische Kommunikation findet auf beiden Seiten statt und sollte kritisch hinterfragt und auch mit einer gewissen emotionalen Distanz bewertet werden.

Mehr noch, können wir solche Katastrophen auch zum Anlass nehmen, um zu lernen. Bisher hat sich fast keiner gefragt, woher eigentlich Öl und Gas kommen. Auch unsere Politiker nicht. Wir können aber umdenken und uns genauer ansehen, mit wem wir Geschäfte machen.

Keine Bad News vorm Schlafengehen
Natürlich ist Information wichtig. Und auch Mitgefühl mit den Menschen, über die Leid hereinbricht. Wichtig ist aber auch das richtige Timing, also wann wir uns damit beschäftigen. Vormittags oder nachmittags – das ist egal. Beim Einschlafen aber ist unser Gehirn in einer Art Trance, einem Zustand ähnlich der Hypnose. Botschaften, die zeitlich kurz zurückliegen, werden bevorzugt verarbeitet und in den Schlaf – insbesondere auch in den Traum – mitgenommen. Daher sind gerade Diskussionssendungen, wo über Folgen dieser negativen Ereignisse spekuliert wird, ziemlich harte Kost für unser Gehirn. Dr. Marcus Täuber empfiehlt: Keine Bad News in der letzten Stunde vorm Schlafengehen. Besser mit Dankbarkeit und schönen Eindrücken den Tag Revue passieren lassen.

Handeln entlastet das Gehirn
Unsere Welt lässt sich grob in drei Sphären unterteilen: In das Kontrollierbare, das Beeinflussbare und das, worauf ich keinen Einfluss habe. Diese Unterscheidung ist für Täuber ist ebenso wichtig wie die mentale Erfolgsstrategie, alle drei Bereiche als Teil unseres Lebens zu akzeptieren.
Der Fokus sollte dabei auf dem unmittelbar Kontrollierbaren liegen – und das sind unsere Gedanken. Mit etwas Übung können wir sehr wirksam steuern, welche Inhalte wir welchen Platz in unserem Kopf geben. Der Neurobiologe  nennt das in seinem Buch „Falsch gedacht!“ unsere „mentale Intelligenz“.

Wichtig: Stress im Hirn braucht ein Ventil über die Arme und Beine. Durch Handeln bauen wir Stress ab und erhöhen unsere Selbstwirksamkeitsüberzeugung. Daher haben Demonstrationen für den Frieden genauso wie Spendenaktionen einen doppelten Nutzen: Für andere Menschen und für uns selbst. Wir fühlen uns danach besser.

 Entspannung: Meditation schlägt klassische Entspannungsübungen
Stress können wir verarbeiten – mehr noch: Unser Gehirn ist für Krisen gemacht. Allerdings: Wir brauchen Erholungsphasen, d.h. Entspannung. Klassische Entspannungsübungen wie langes Ausatmen oder die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson sind sehr wertvoll. Absolute Spitzenergebnisse puncto Entspannung erzielen wir allerdings mit Meditationstechniken. Sie stoppen den Gedankenzug im Kopf.

Brain Changer®: Mit High Tech gegen Stress
Ein völlig neuer Zugang, um Stress abzubauen: die Computer-Software Brain Changer®. Darin suchen sich Anwender entspannende Bilder und Slogans aus, die dann zufällig immer wieder am PC eingeblendet werden. Bildhafte Slogans und Bilder wirken erstaunlich stark auf unsere Psyche. Das zeigen Studien der Motivationspsychologie und Hirnforschung – unter anderem an der Universität Zürich.

Die Slogans verändern Gewohnheiten im Denken. Das ist Voraussetzung, um Gewohnheiten in der Physiologie zu verändern. Mit den Bildern holen sich Anwender die nötigen Motivationskicks. Sie sorgen für gute Laune und geben positiven Drive.

Dazu ein einfaches Beispiel aus dem Brain Changer®: Unter „Stress abbauen “ kann man das Bild eines Waldes, durch den Sonnenstrahlen blinzeln und die Affirmation „Ich atme Wald“ auswählen. Die Neurobiologie dahinter: Das freundliche Grün mit Licht vermittelt dem Gehirn Schutz und Nahrung – und erzeugt damit ein Gefühl von Sicherheit. Die Botschaft „Ich atme Wald“ führt dazu, dass wir reflexartig tiefer atmen. So trainieren wir unbewusst die „Bauchatmung“. Diese tiefe Atmung spielt bei Meditationen und Yoga eine große Rolle – sie fördert den Nervus vagus; unseren Entspannungsnerv. Mehr: www.brainchanger.tv
Quellen

Mark D. Seery, E. Alison Holman, Roxane Cohen Silver. Whatever does not kill us: Cumulative lifetime adversity, vulnerability, and resilience.. Journal of Personality and Social Psychology, 2010; DOI: 10.1037/a0021344
„Falsch gedacht: Wie Gedanken uns in die Irre führen – und wie wir mit mentaler Intelligenz zu wahrer Stärke gelangen.“ Goldegg Verlag, Berlin/Wien 2021, ISBN 978-3990602089.
https://www.brainchanger.tv

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